Ingrid Werner vor Neurographik

Der kürzeste Umweg zur NeuroGraphik-Trainerin

Mein Leben in 17 Stationen von der Bankkauffrau über die Juristin zur NeuroGraphikTrainerin. Nicht wirklich eine stringente und gradlinige Entwicklung. Aber wie auf Schienen von A nach B zu gelangen, wäre zu langweilig. Wenigstens mir. Ich brauche Umwege, um ans Ziel zu kommen.

1. Der erste Spatz mit 4 1/2. Kaum konnte ich einen Stift halten, zeichnete ich. Dieses Bild samt Altersangabe der Künstlerin ist der Beweis. Lieben Dank an meine Mama, dass sie das damals dokumentierte und aufhob!

Spatz

2. Krasse 50 Pfennige verdient. Nach dem ersten Vogelbild zeichnete und malte ich natürlich immer weiter. Manchmal auch auf der Tapete. Okay. Nur einmal. Mein Vater fand das nicht so prickelnd. Meine Kunstlehrerin in der 5. Klasse war eher von meinem Talent überzeugt. Sie kaufte mir ein Wasserfarbenbild eines Elefanten vor einem orientalischen Palast für 50 Pfennige ab. Mensch, war ich stolz!

3. Künstlerin wurde ich trotzdem nicht. Erst mal. Das wäre völlig außerhalb jeder Vorstellung meiner Eltern gewesen. Was machte ich stattdessen? Eine Banklehre. Ja, ich kann mir schon denken, was dir jetzt durch den Kopf geht. Wie kann sie nur?! Kann ich aber nur empfehlen. Man lernt fürs Leben.

Bankkauffrau

4. Heimlich bewarb ich mich an der Graphikerschule. Aber leider nur mit dem halben A… Denn anstatt mich hinzusetzen und von Grund auf eine Mappe mit neuen Zeichnungen zusammen zu stellen, kramte ich einfach alte Bilder heraus und gab sie ab. Hm. Ich wurde nicht genommen. Seltsam, gell? Ich war denen (oder ehrlicher Weise wohl mir) beleidigt und rührte lange keinen Stift mehr an.

5. Freischwimmen im tiefen Wasser. Nach der Bank befreite ich mich von den elterlichen Traditionen  und studierte. Aber nicht an der Kunstakademie, nein, sondern Jura. Passte so gut zur Bank. Und man lernt fürs Leben.

6. Aus USA brachte ein Freund mir Buntstifte mit. Prismacolor. 60 Stück. Da begann ich wieder zu zeichnen. Ihm zu Ehren hatte ich ab diesem Zeitpunkt einen Künstlernamen, der sich aus seinem Nachnamen ableitete: Thora.

Bleistiftzeichnung von einer Straßenszene

7. Als Studentin war ich unabhängig. Neben Strafrecht und Zivilprozessordnung malte ich wieder und stellte in Schwabing an der Leopoldstraße meine Werke aus. Schon cool, so zwischen den „richtigen“ Künstlern. Ich verkaufte sogar ab und zu – obwohl ich meine Bilder eigentlich gar nicht hergeben wollte. 🙂

8. Dann fielen mir drei Kinder in den Schoß. Bamm, bamm, bamm und wir zogen in die Provinz.

9. Wald- und Wiesenrechtsanwältin wollte ich nie sein. Also wurde ich Entspannungspädagogin und Heilpraktikerin. Da lernt man fürs Leben. Es war auch wirklich sehr beruhigend, sich zu helfen zu wissen, wenn die Kinder krank waren. Denn wie es immer so ist, wurden sie das ja meistens am Wochenende.

10. Gruppen anzuleiten, machte mir einen Heidenspaß. Außerdem konnte man sich fortbilden und so wurde ich Kunsttherapeutin.

11. Daneben stellte ich meine Bilder in verschiedenen Galerien aus und gab Workshops in meiner Technik. Acryl und Gipsbinden auf Holz.

Segeln in die Freihei

12. Aber dann regte ich mich total über die Stadtpolitik auf und schrieb ein Buch. Einen Krimi und meuchelte kreativ alle, die mir auf die Nerven gingen. So war ich plötzlich Autorin. Das machte auch echt Spaß. Mit großer Begeisterung verfasste ich ein Buch nach dem anderen Buch nach dem…

Bücher

13. Mensch, hatte ich Glück! Denn 2019 konnte ich zufällig einspringen und gebe seitdem Kurse zu Kreativem Schreiben an der Sommerakademie auf Zakythos. Thema: Alles, was eine gute Kurzgeschichte ausmacht. Also Figurenzeichnung, Plot, der erste Satz usw. Und in meiner freien Zeit male ich. Super! Hier siehst du mich vor einer ziemlich großen Leinwand, Abstraktes mit Acryl.

Ingrid malt ein Bild

14. Der erste Lockdown bescherte mir eine fette Schreibblockade. Warum sollte ich mir noch Geschichten ausdenken? Hatte das überhaupt noch Sinn? Nichts ging mehr.

Dafür zeichnete ich vermehrt. Zuerst Happy Painting. Das war sehr niedlich und hat mir wieder gute Laune gebracht. Natürlich zeichnete ich viele Bilder zum Thema lesen oder Bücher. Das hier ist z.B. Briii, die Bücher-Brillenschlange. Eins meiner Lieblingsmotive.

Aber meine Schreibblockade verschwand davon nicht. Klar. Warum auch?

Eine Schlange auf einem Kissen liest ein Buch

15. Bis eine Freundin mir neurographische Bilder zeigte und es um mich geschehen war. Das Unglaubliche geschah. Im NeuroGraphik Basiskurs löste sich meine Schreibblockade auf, ich konnte wieder schreiben. Und hatte nun zwei Leidenschaften.

Monster (7)

16. Begeistert zog ich die Trainerausbildung in kürzester Zeit durch. Neun verschiedene Algorithmen und über 60 Modelle waren zu entdecken. In meiner Diplomarbeit konzipierte ich meinen NeuroGraphik-Kurs für Autor:innen NeuroWriting.

17. Heute gebe ich mit Freude die unterschiedlichsten NeuroGraphik-Kurse und natürlich meinen NeuroWriting-Kurs. Ich bin angekommen.

Ich liebe Umwege. Die NeuroGraphik auch.

Die Umwege der Ingrid Werner

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Über Ingrid Werner

Ingrid Werner ist Autorin und NeuroGraphik-Trainierin. Beide Leidenschaften hat sie zu NeuroWriting, der NeuroGraphik für Schreibende, verbunden. In ihren Online-Kursen können AutorInnen kreativ-intuitiv an ihren Projekten arbeiten und damit erstaunliche Ergebnisse erzielen. Ingrid Werner liebt es, AutorInnen und andere kreative Menschen auf ihrem Weg zu begleiten.

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